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title: Diagnosekategorien der TCM
canonical: https://www.tcm-buch.de/diagnosekategorien-der-tcm/
author: Dr. med. Achim Kürten
published: 2023-10-02
updated: 2023-10-24
language: de
category: Webseite
description: Der Artikel beschreibt die Diagnosekategorien und Untersuchungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), einschließlich der acht diagnostischen Kriterien, Qi, Blut und Körperflüssigkeiten sowie innerer Organe. Zudem werden detaillierte Anamnese-Methoden wie Befragen, Beobachten, Hören/Riechen und Betasten erläutert.
source: Provimedia GmbH
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# Diagnosekategorien der TCM

> **Autor:** Dr. med. Achim Kürten | **Veröffentlicht:** 2023-10-02 | **Aktualisiert:** 2023-10-24

**Zusammenfassung:** Der Artikel beschreibt die Diagnosekategorien und Untersuchungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), einschließlich der acht diagnostischen Kriterien, Qi, Blut und Körperflüssigkeiten sowie innerer Organe. Zudem werden detaillierte Anamnese-Methoden wie Befragen, Beobachten, Hören/Riechen und Betasten erläutert.

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## 2.1 Diagnosekategorien der TCM

Befunde werden nach Kategorien erhoben, d. h. die einzelnen Untersuchungen (z.B. Zungenbefund oder Pulsbefund) sollen Befunde ergeben, die sich innerhalb dieser Kategorien zuordnen lassen.


**Die drei wichtigsten Diagnosekategorien:**




- Die acht diagnostischen Kriterien (Ba Gang)

- Qi, Blut und Körperflüssigkeiten (Qi, Xue, Jinye Bianzheng)

- Die inneren Organe (Zhangfu Bianzheng)




### 2.1.1 Die acht diagnostischen Kriterien (Ba Gang)




| 
Yin | 
Yang | 


| 
Innen (Li) | 
Außen (Biao) | 


| 
Leere (Xu) | 
Fülle (Shi) | 


| 
Kälte (Han) | 
Hitze (Re) | 





Tabelle 7: Ba Gang



### 2.1.2 Qi, Blut und Körperflüssigkeiten

Qi:        Etwas, das Substanz und dynamische Kraft in sich vereinigt. Dient Antrieb und Funktion


Blut:       Materielle Basis des Qi


Jinye:   Alle Flüssigkeiten außer Blut



### 2.1.3 Die inneren Organe




| 
**Zang (Speicherorgane, Yin-Organe)** | 
**Fu (Hohlorgane,Yang-Organe)** | 


| 
Lunge | 
Dickdarm | 


| 
Herz | 
Dünndarm | 


| 
Leber | 
Gallenblase | 


| 
Milz | 
Magen | 


| 
Niere | 
Harnblase | 


| 
Pericard | 
San Jiao, Dreifacher Erwärmer | 





Tabelle 8: Zang-Fu-Organe



## 2.2 Die vier Untersuchungen



- Befragen (Anamnese)

- Beobachten (Inspektion)

- Hören und Riechen (Auskultation und Olfaktion)

- Betasten (Palpation)




### 2.2.1 Befragen (Anamnese)



- Kälte- und Hitzeempfindungen

- Schweißneigung

- Kopfschmerzen und Schwindelgefühle

- Schmerzen

- Urin

- Stuhl

- Durst, Appetit, Geschmacksvermögen

- Schlaf

- Gynäkologische Probleme

- Krankheitsgeschichte





- **Kälte- und Hitzeempfindungen**





- Hitze


Subjektives Wärmeempfinden

- Fühlbare Wärme

- Abneigung gegen warmes Wetter








- Kälte


Dauerndes Frösteln

- Bevorzugung von Wärme








- Fieber


Plötzlich mit Frösteln

- Qi versucht äußeren pathogenen Faktor abzuwehren








- Verschwinden des Fröstelns


Tiefergehen der Krankheit

- Fieber=Hitzezeichen








- Niedriges Fieber am Nachmittag (Handflächen, Fußsohlen, Brustbein)


Yin-Mangel








- Kein Fieber, Furcht vor Kälte


Yang- oder Qi-Defizit






Innerer Yang-Mangel:    Zusätzliche Decken wärmen


Äußerer pathogener Faktor: Zusätzliche Decken wärmen nicht




- **Schweißneigung**





- Ohne Fieber





- Tagsüber (spontan)


Yang- oder Qi-Mangel

- Zeichen für unzulängliche Regulation der Poren durch das Abwehr-Wei-Qi








- Nachtschweiß


Yin-Mangel

- Relative Hitze veranlasst das Öffnen der Poren








- Bei Fieber oder anderen äußeren Einflüssen





- Kein Schwitzen


Kälte, die die Poren zusammenzieht








- Schwitzen


Äußere Hitze, die die Poren öffnet oder

- Qi-Mangel, der die Regulation der Poren behindert








- Sinkt das Fieber nach dem Schwitzen

- Pathogener Faktor erfolgreich abgewehrt





- **Kopfschmerzen und Schwindelgefühle**



**Kopfschmerz**


Organbezug:   Am häufigsten die Leber, da das Leber-Qi dazu tendiert, nach oben zu steigen




- Plötzliche Kopfschmerzen


Äußerer Pathogener Faktor








- Chronisch


ðInnere Disharmonie








- Starke Kopfschmerzen


Fülle








- Leicht und lästig


Mangelmuster






**Schwindel**


Meist mit Yin- oder Blutmangel assoziiert




- **Schmerzen**



**Stagnation von Qi und/oder Blut**





| 
** ** | 
Qi-Stagnation

** **


 | 
Blut-Stase | 


| 
Schmerztyp | 
Oberflächlich, hell

Stechend, eher leichter


 | 
Tief, dumpf

Bohrend, stärker, bedrohlicher


 | 


| 
Ort | 
Eher wandernd | 
ortsgebunden | 


| 
Äußere, lokale Merkmale | 
Keine organischen Veränderungen oder leichtere, reversiblere Muskelverspannungen | 
Kleine, livide Adergeflechte, besonders in LWS und HWS-Region

** **


 | 





Tabelle 9: Schmerzformen




- **Urin**





- Klarer Urin


Kältemuster








- Reichliche Urinmengen / Nykturie


Beeinträchtigung der aufwärts befördernden Nierenaktivität (Verdunstung), d.h.
Mangel an Nieren-Qi








- Unfähigkeit des vollständigen Wasserlassens, tröpfelnder Urin oder mangelnder Druck beim Wasserlassen


Qi-Mangel

- Kälte

- Feuchtigkeit








- Dunkelgelb oder rötlich


Hitzemuster








- Spärliche Urinmengen


Füllemuster (Feuchtigkeit oder Hitze blockieren Blasen-Qi)

- SäfteMangel








- Häufiges, schmerzvolles Wasserlassen mit wenig dunklem Urin


Feuchtigkeit und Hitze in der Blase








- **Stuhlgang**





- Unregelmäßig, trocken oder hart


Hitze-Fülle

- Säftemangel






ð (Qi-Mangel)




- Drängender Durchfall, gelblich mit Brennen am Anus


Hitzezeichen








- Wässrig oder ungeformt


Yang-Mangel

- Qi-Mangel

- Feuchtigkeit








- Unverdaute Nahrung im Stuhl


Milz-Yang-Mangel








- **Durst, Appetit und Geschmacksvermögen**





- Durst


Zeichen für Hitze








- Kein Durst


Zeichen für Kälte








- Durst ohne Bedürfnis zu trinken


Yin-Mangel oder Feuchtigkeit








- Appetitlosigkeit


Magen- oder Milzdisharmonie

- Qi-Mangel oder Feuchtigkeit








- Übermäßiger Appetit


Zuviel Magen-Feuer








- Geschmack im Mund


Bitter

- Hitze (meist Leber- oder Gallenblasenstörung)








- Süß, teigig


Feuchte-Hitze in der Milz








- Faulig


Leber- oder Magen-Hitze








- Salzig


Nierendisharmonien








- Unfähigkeit der Geschmacksunterscheidung


Mangelmuster der Milz








- **Schlaf**



Schlaflosigkeit = „Unfähigkeit des Yang, in das Yin einzutreten“


Blut und Yin reichen nicht aus, um das im Herz gespeicherte Shen zu nähren




- Relative Yang – Fülle



Dauernder Wunsch zu schlafen, übermäßiges Schlafen




- Yang-Mangel, Qi-Mangel oder Feuchtigkeit





- **Gynäkologische Probleme**



**Menstruation**




- Zu früh eintretende Menstruation


Hitze (mit roter Zunge)

- Mangel an Qi (blasse Zunge)








- Spät einsetzende Menstruation


BlutMangel oder Kälte, die Stagnation hervorrufen








- Häufige Abweichungen vom Zyklus


Ungleichmäßig fließendes Leber-Qi








- Starker Menstruationsfluss


Hitze im Blut oder Qi-Mangel








- Geringer Fluss oder Ausbleiben der Menstruation


Blutmangel, Kälte, die das Blut hemmt, oder Blut-Stase








- Helles, dünnes Menstruationsblut


Mangelmuster








- Sehr dunkles Menstruationsblut


Hitze








- Violettes (v.a. klumpig) Menstruationsblut


Blut-Stase






**Ausfluss**




- Reichlich und weiß oder klar und dünn


Mangel und Feuchtigkeit








- Dick und gelb oder mit Juckreiz       Hitze und Feuchtigkeit





- **Krankheitsgeschichte**





- Akute Erkrankungen


Füllemuster








- Chronische Erkrankungen


Mangelmuster








- Ältere Menschen


Tendenz zu Mangelmustern








- Jüngere Menschen



ðTendenz zu Füllemustern



### 2.2.2 Beobachten



- Generelle Erscheinung und Konstitution

- Zustand des Shen

- Gesichtsfarbe

- Zungendiagnostik

- Ohrdiagnostik

- Antlitzdiagnostik



„Yang ist Bewegung, Yin ist Ruhe.“


*Nei Jing*




- **Generelle Erscheinung und Konstitution**





- Aufgeregt, extrovertiert, gesprächig, gereizt, aggressiv


Yang-Tendenz








- Schwere, kraftvolle, plumpe Bewegungen


Füllemuster








- Schnelle, fahrige Bewegungen, Strecken der Beine, sich abdecken, von Hitzequelle abrücken


Hitzemuster








- Passiv, introvertiert, ruhig


Yin-Tendenz








- Vorsichtige, zarte, kraftlose Bewegungen


Mangelmuster








- Langsame, bedächtige Bewegungen, Zusammenrollen, viele Decken, nah der Wärme-quelle


Kältemuster








- Stark, robust


Tendenz zu starken Organen und Füllemustern








- Schwach, zerbrechlich


Tendenz zu schwachen Organen und Mangelmuster








- Übergewichtige


Neigung zu Qi-Mangel (v.a., wenn blass und aufgedunsen)

- Zuviel Schleim oder Feuchtigkeit








- Dünne Person, bleicher Teint, schmale Brust, trockene Haut


Tendenz zu Yin- oder Blutmangel








- Abmagern während einer Krankheit


Erschöpftes Jing








- **Zustand des Shen**



Wie ist die Vitalität und der Zustand d. seelischen, emotionalen und spirituellen Seins?






| 
  | 
**Viel Shen** | 
**Wenig Shen** | 


| 
Aussehen | 
Gesund | 
Krank | 


| 
Gesichtsfarbe | 
Klar | 
Grau | 


| 
Ausdruck der Augen | 
Glänzend

Lebendig


 | 
Trübe

Leer


 | 


| 
Haltung | 
Guter Tonus | 
Schlaff | 


| 
Gedanken | 
Konzentriert | 
Konfus | 


| 
Reaktionen | 
Schnell | 
Lahm | 





Tabelle 10: Zustand des Shen




- **Gesichtsfarbe**



„Qi und Blut der Leitbahnen strömen nach oben, in das Gesicht.“


*Nei Jing*


Farbe und Feuchtigkeit des Gesichts drücken den Zustand von Qi und Blut im Körper aus




- **Weiß**


Mangel oder Kälte








- **Leuchtendweiß, geschwollen oder gedunsen**


Qi- oder Yang-Mangel








- **Weiß, glanzlos und welk**


BlutMangel








- **Rötung**


Hitze und Feuer








- **Gelb**


Feuchtigkeit oder Mangel, v.a. bei Innerer Feuchtigkeit mit schwacher Milz








- **Qing „die Farbe der Drachenschuppen“ = blaugrün**


Stagnation von Qi oder Blut

- Füllemuster

- Leberdisharmonien und Wind

- Violett im Fall extremer Stagnation








- **Dunkel, schwarz**


Ungenügende Nierenfunktion

- Gestautes Blut

- Lang währende, chronische Krankheit







## 2.3 Zungendiagnostik


### 2.3.1 Stellenwert der Zungendiagnostik



- Wichtiger Teil des Beobachtens des Patienten

- Spiegelbild der inneren Organe

- Organe und Zunge werden durch die Meridiane miteinander verbunden




### 2.3.2 Aufgaben der Zungendiagnostik



- Bagang


Fülle oder Leere?

- Innen oder Außen?




- Krankheitsverursachende Faktoren?


Kälte, Hitze, Feuchtigkeit etc.




- Zustand der Zangfu

- Erfolgsbeurteilung

- Prognostische Aussagen




### 2.3.3 Organbezug

Abb. 13: Areale der Zunge



### 2.3.4 Diagnosekriterien



- Beschaffenheit des Zungenkörpers


Spiegelt innere Erkrankungen wider








- Farbe, Feuchtigkeit

- Risse und Sprünge





- Zungenbelag


Spiegelt äußere Erkrankungen bzw. äußere pathogene Faktoren wider








- Dick/dünn

- Feucht/trocken

- Farbe

- Form und Beweglichkeit

- Zungengrundvenen





- **Beschaffenheit des Zungenkörpers**



**Normale Zunge**




- Blass-rot, mäßig feucht



**Farbe**




- **Blass** (weniger rot als normal)


BlutMangel

- Qi-Mangel

- Kälte-Fülle








- **Rot** (röter als normal)


Hitzedisharmonien, evtl rote Punkte (Blut-Hitze)








- **Scharlachrot**


Extremer Hitzezustand mit äußeren Hitzezeichen

- Hinweis für Eindringen Hitze bis in tiefste Schichten des Körpers








- **Violett**


Gehemmter Qi- oder Blutfluss

- Leberdisharmonie








- **Blassviolett**


Blockade mit Kälte








- **Rötlich-violett**


Stagnation mit Hitze, die Säfte oder Blut beeinträchtigt








- **Schwärzlich**


Stagnation






**Feuchtigkeitsgrade**




- **Feucht**


Auf Kälte beruhende Disharmonie








- **Trocken**


Auf Hitze beruhende Disharmonie






**Risse und Sprünge**




- Seit Geburt:


Normal








- Während Krankheit


Zeichen für chronische oder schwere Erkrankung

- Rote Zunge: Hitze, die die Säfte austrocknet oder Yin-Mangel

- Blasse Zunge: Blut- oder Qi-Mangel








- Rote Ausschläge, Bläschen oder dornenähnliche Vorsprünge


Hitze oder gestautes Blut








- **Zungenbelag**





- Ist auf die Aktivität der Milz zurückzuführen

- spiegelt den Zustand des Verdauungssystems wider (Milz- und Magen-Qi)

- Die Milz verdunstet die reinen Essenzen und schickt kleine Mengen unreiner Substanzen nach oben

- **Gesund**


Einheitlicher Belag, evtl. etwas dicker im Zentrum

- Dünn, weißlich, feucht, lässt das Zungenmaterial durchscheinen

- „Wie Gras, das aus dem Boden sprießt“








- **Dünn**


Normal

- Bei Krankheit Zeichen von Mangel








- **Fehlender Belag**



ð Yin-Mangel




- **Dick**


Fülle








- **Sehr feucht**


Fülle an Säften (meist aufgrund von Yang-Mangel)

- Feuchtigkeit








- **Sehr trocken oder sandpapierähnlich**


Yang-Fülle

- Säfte-Mangel








- **Auf der Oberfläche schwebend**


Schwaches Milz- und Magen-Qi








- **Fett, bedeckt die ganze Zunge mit dickem, öligem Film, wie Schicht Vaseline oder Butter**


Anwesenheit von Schleim oder Feuchtigkeit im Körper








- **Glänzend (ganze Zunge oder Teil) = „geschälte Zunge“**


Yin- oder Säfte-Mangel

- Schwaches Milz-Qi








- **Weiß und feucht**


Zeichen für Kälte








- **Wie Hüttenkäse, Quark oder ungeformter Tofu, dornenartig**


Hitze im Magen








- **Gelb**


Hitzezeichen








- **Schwarz oder grau**



ð Extreme Hitze oder Kälte




- **Form und Beweglichkeit**





- **Gesund**


Im Verhältnis zum Mund


Weder zu groß noch zu klein

- Weder geschwollen noch geschrumpft




- Flexibel

- Glattes Stück Fleisch ohne Risse und Sprünge

- Kann erhabene Papillen haben

- Keine roten Bläschen oder Ausschlag

- Keine Abweichung








- **Geschwollen** = Schwammig mit gezackten Rändern (Zahnabdrücke)


Qi-Mangel

- Fülle an Säften

- Gelegentlich bei HitzeFülle (Zungenkörper ist rot)








- **Dünn** = Schlank, kleiner als normale Zunge


Blut- oder Säftemangel








- **Steif** = Gleicht einem „Stück Holz“


Fülle-Zustand

- Bösartiger Windeinfluss

- Schleim, der das Herz-Qi hemmt








- **Zitternd**


Blass: Zuwenig Qi, das die Bewegungen kontrolliert

- Rot: Innerer Wind, der die Zunge bewegt








- **Heraushängend** (wie bei einem Hund)


Hitze








- **Zusammengezogen, nicht herausstreckbar**


Schwere Fälle








- Blass oder violett: ð Kälte, die den Körper zusammenzieht

- Geschwollen: ð Schleim oder Feuchtigkeit

- Rot: ð Hitze, die die Säfte austrocknet





- **Zungengrundvenen**





- Gestaut, nicht dunkel


Qi-Stagnation








- Gestaut, dunkel


Blut-Stagnation








- Erweiterte Venen


Fülle-Zustand








- Dünne Venen


Mangel-Zustand







### 2.3.5 Zungenbefunde

**Außen-Erkrankungen (Meistens akut)**




- **Wind – Kälte**


Belag ist dünn und weiß


Feucht, abkratzbar und nur vorderer Anteil

- Schwacher pathogener Faktor











- Weiß, trocken und nicht abkratzbar


Äußere Kälte dringt tiefer ein mit potentieller Umwandlung in






Feuer, die die Säfte austrocknet




- **Wind – Hitze**


Belag ist dünn und weiß, später gelb

- Rötung des gesamten vorderen Abschnittes der Zunge






**Innen-Erkankungen (Meistens chronisch)**




- Veränderung von Form und Farbe

- Belag gewöhnlich gelb





- weiß ð gelb


Eindringen des pathogenen Faktors








- Ränder weiß, Mitte gelb


Erkrankung nach innen vorgedrungen








- Ränder gelb, Mitte weiß


Besserung








- Belag fehlt


Magen- oder Nieren – Yin – Mangel






**Halb – Innen – Halb – Außen (Shao – Yang – Krankheit)**




- Einseitiger Belag oder vorn weißer, hinten grauer oder schwarzer Belag

- Symptome


Schüttelfrost und Fieber

- Bitterer Mundgeschmack

- Schmerzen im Hypochondrium

- Reizbarkeit

- Trockener Hals und Übelkeit







## 2.4 Pulsdiagnostik


### 2.4.1 Stellenwert der Pulsdiagnostik



- Zentrale Bedeutung in der Diagnostik der TCM


„Ich geh‘ Puls fühlen“

- Erste Erwähnung im Nei Jing








- Wortbedeutung:


„Kanäle“ durch die Qi und Blut fließen

- Auch „Puls“ im Sinne von Pulsschlag








- Das Pulsbild gibt Auskunft über Blut und Qi und über alle Organe, die damit in Verbindung stehen.

- Beurteilt werden v. a. : Tiefe, Frequenz, Volumen, Kraft, Form, Länge und Rhythmus



Abb. 14: Lokalisation der Positionen bei der Pulspalpation



### 2.4.2 Technik der Palpation



- An rechter und linker Hand (A. radialis)

- 3 Positionen


Erste Position: Zeigefinger

- Zweite Position: Mittelfinger

- Dritte Position: Ringfinger




- Plazieren des Mittelfingers auf Processus styloideus radii, dann Zeige- und Ringfinger locker daneben legen und auf die A. radialis gleiten





- An allen drei Stellen sollte der Puls zu tasten sein.


Physiologisch: schwächer an proximaler und distaler Taststelle




- 3 Druckebenen: Oberflächlich, mittel und tief

- 28 verschiedene Pulsqualitäten



Abb. 15: Technik der Pulspalpation



### 2.4.3 Beurteilung des Pulses

**Der Normale Puls:**




- Ist hauptsächlich auf der mittleren Ebene zu tasten

- Er sollte 3 Qualitäten beinhalten





- **Magen-Qi**


sanft, ruhig

- 4-5 Schläge pro Atemzyklus des Untersuchers (70-75/min)








- **Shen** (Geist/Vitalität)


weich, stark, regelmäßig

- gesundes Herz-Qi und –Blut








- **Wurzel**


tiefe Ebene gut palpierbar

- hintere Position gut tastbar

- gesunde und starke Niere








- **Beurteilung der Tiefe des Pulses**



*Yin*


**Der tiefe Puls (Chen Mai)**




- Nur auf der dritten Ebene

- klar zu tasten

- Befund:


Innere Disharmonie oder

- Blockade

- Schwach: Schwäche von Qi und Yang

- Voll: Qi- und Blutstase, innere Kälte oder Hitze






*Yang*


**Der oberflächlicher Puls (Fu Mai)**




- Auf der oberflächlichen Ebene klar zu tasten

- Befund:


Äußerer pathogener Faktor:


Gespannt: Wind-Kälte

- Schnell: Wind-Hitze




- Yin-Mangel:


Oberflächlich und in der Tiefe leer











- **Beurteilung der Frequenz des Pulses**



*Yin*


**Der langsame Puls (Chi Mai)**




- < 4 Schläge / Atemzug

- Befund:


Kälte, die die Bewegung verlangsamt

- Mangelndes Qi, bewirkt ungenügende Bewegung






*Yang*


**Der schnelle Puls (Shuo Mai)**




- 5 Schläge / Atemzug

- Befund:


Hitze beschleunigt die Bewegung








- **Beurteilung des Volumens des Pulses**



*Yin*


**Der feine Puls (Xi Mai)**




- Wie ein dünner Faden, aber klar zu tasten

- Befund:


Qi-Mangel

- Blut-Mangel






*Yang*


**Der überflutende Puls (Hong Mai)**




- Großer Durchmesser und sehr klar

- Befund:


Fülle

- Meist mit Hitze in Magen oder Darm








- **Beurteilung der Kraft des Pulses**



*Yin*


**Der leere Puls (Xu Mai)**




- Meist oberflächlich tastbar

- Breit aber schwach und weich

- „schlecht gefüllter Wasserball“

- Befund:


Qi- und Blut-Mangel






**Der sanfte Puls (Ru Mai)**




- Oberflächlich , kraftlos

- Fadenförmig

- Befund:


Qi- oder Blut-Mangel

- Milz-Nässe-Störung






*Yang*


**Der volle Puls (Shi Mai)**




- Breit und kräftig

- Schlägt auf allen 3 Ebenen gegen die Finger

- Befund:


Fülle-Muster


Schnell: Fülle-Hitze

- Langsam: Fülle-kälte











- **Beurteilung der Form des Pulses**



*Yin*


**Der rauhe Puls (Se Mai)**




- ungleichmäßig und holprig, unregelmäßig in Kraft und Fülle „Messer, das über Bambus schabt“

- Befund:


Blut- oder Jing-Mangel (dünn)

- Gestautes Blut

- Erschöpfung der Säfte nach Schwitzen und Erbrechen






*Yang*


**Der schlüpfrige Puls (Hua Mai)**




- fließend, „gleitet wie eine Schlange“, glatt wie die Kugeln eines Kugellagers

- Frauen in der Schwangerschaft

- Befund:


Fülle, meist Feuchtigkeit oder Schleim






**Der saitenförmige Puls (Xian Mai)**




- Straff wie Gitarren- oder Geigensaite

- Kräftig, federt auf allen 3 Druckebenen zurück und schlägt gleichmäßig gegen die Finger

- fließende, wellenartige Qualität fehlt

- Befund:


Stagnation im Körper (Leber-/Gallenblasendisharmonie)






**Der straffe Puls (Jin Mai)**




- Kräftig, „als hielte man ein schwingendes, straff gespanntes Seil“

- Voller und elastischer als der drahtige Puls

- Befund:


Fülle, Kälte und Stagnation








- **Beurteilung der Länge des Pulses**



*Yin*


**Der kurze Puls (Duan Mai)**




- Kann den Raum unter den 3 Fingern nicht füllen

- Nur in einer Position tastbar

- Befund:


Qi – Mangel






*Yang*


**Der lange Puls (Chang Mai)**




- Kann über erste und dritte Position hinaus getastet werden

- Wird bei normaler Geschwindigkeit und Kraft keine Disharmonie

- Befund:


Eher bei Füllesyndromen








- **Beurteilung des Rhythmus des Pulses**



*Yin*


**Der knotige Puls (Jie Mai)**




- Langsamer Puls, der unregelmäßig aussetzt

- Befund:


Kälte, die Qi und Blut blockiert

- Qi-, Blut- oder Jing – Mangel (Herzdisharmonie)






**Der intermittierende Puls (Dai Mai)**




- regelmäßig, setzt häufiger aus

- Befund:


Ernsthafte Disharmonie des Herzen oder erschöpfter Zustand aller Organe






*Yang*


**Der „eilende“ Puls (Cu Mai)**




- Schneller Puls, der unregel mäßig aussetzt

- Befund:


Hitze, die Qi und Blut beunruhigt

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*Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf [www.tcm-buch.de](https://www.tcm-buch.de/diagnosekategorien-der-tcm/)*
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